Tierheim & Tierhotel Arche

Rheinmühleweg 84; 7000 Chur

Tel. 081 353 19 29
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Einen Igel gefunden – was nun?

Wenn er rund und munter ist, faucht und sich einkugelt, dann muss man ihn in Ruhe lassen. Gelegentlich gibt es aber Situationen, in denen der Igel unsere Hilfe braucht. Dann gilt es zuerst das Tier warmzuhalten, damit es seine normale Körpertemperatur von ca. 36° wieder erlangt. Erst danach macht eine Behandlung Sinn. Hilfsbedürftige Igel gehören aber in der Regel in die Hände von Fachleuten! Vor jedem Eingreifen sollten Sie deshalb die Igelstation unter Tel. 081 353 19 29 anrufen.

Welche Igel brauchen Hilfe?

  • Verletzte Igel:
    Oft deuten Fundort und -umstände (Strasse, Bauarbeiten) auf Verletzungen hin. Nebst eindeutig verletzten Tieren benötigen aber auch Tiere, die tagelang in Gruben, Lichtschächten o.ä. ohne Wasser und Futter gefangen waren, Hilfe.
  • Kranke Igel:
    Man erkennt sie meist daran, dass sie tagsüber Futter suchen, herumlaufen, -torkeln oder -liegen. Auf kranken Igeln (wie auch auf Säuglingen und Verletzten) finden sich meist viele Zecken, Fliegen oder Maden. Kranke Igel sind apathisch, rollen sich kaum ein und sind oft mager (Einbuchtung hinter dem Kopf, herausstehende Hüftknochen). Ihre Augen stehen nicht halbkugelig hervor, sie sind eingefallen und schlitzförmig. Im Herbst liegt das Mindestgewicht bei Igeln bei 600 bis 700 Gramm.
  • Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und/oder Schnee herumlaufen:
    Auch solche Igel findet man hauptsächlich bei Tag. Es kann sich um kranke oder schwache Alttiere handeln; öfter sind es Jungtiere, die spät geboren, evtl. auch krank sind und/oder sich wegen des geringen Nahrungsangebots im Spätherbst kein für den Winterschlaf ausreichendes Fettpolster anfressen konnten.
  • Verwaiste Igelsäuglinge:
    Igeljunge, die sich tagsüber ausserhalb ihres Nestes befinden, noch geschlossene Augen und Ohren haben und sich womöglich kühl anfühlen, sind mutterlos und benötigen dringend Hilfe.

    • Verwaiste Säuglinge im Nest:
      Die Mutter ist auch tagsüber nicht immer bei den Jungen. Deshalb bitte in Ruhe lassen und aus der Ferne beobachten. Falls die Mutter innerhalb 12 Stunden nicht zurückkehrt, bitte Igelstation anrufen.
    • Verwaiste Igelsäuglinge ausserhalb des Nestes:
      Igelmütter lassen beim Nestwechsel manchmal ein Junges liegen und holen es später. Deshalb ca. zwei Stunden abwarten, beobachten und dann Igelstation anrufen. Wenn die Mutter zweifelsfrei tot ist, bitte Jungtiere so schnell wie möglich in die nächste Igelstation bringen.
  • Ausnahmen:
    Ausnahmen bilden aufgestörte Igel. Wenn Laub- oder Reisighaufen entfernt, Holzstapel abgebaut, in Garten und Parks gearbeitet, Baumassnahmen begonnen werden oder Hunde herumstöbern, können Igelnester zerstört werden. Dann sucht auch ein gesundes Tier tagsüber einen neuen Unterschlupf. Manchmal wechseln säugende Igelweibchen tagsüber zwischen Aufzuchtnest und einem weiteren Tagesschlafplatz.

Igel sind Wildtiere und sie sind hervorragend an das Leben im Freien angepasst und kommen normalerweise ohne menschliche Hilfe zurecht. Igel sind in der Regel tagsüber nicht unterwegs, deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Aber auch hier gilt: Nicht jeder Igel am Tag muss gleich eingesammelt werden. Zuerst beobachten, im Zweifel Rat einholen.

Achtung: Igel gehören zu einer besonders geschützten Art. Deshalb ist es prinzipiell verboten, sie aus der Natur zu entnehmen. Erlaubt ist es hingegen, hilfsbedürftige Igel sachgemäss aufzuziehen oder gesund zu pflegen. Sobald die Igel kräftig und gesund genug sind, müssen sie aber auf jeden Fall wieder ausgewildert werden.